Eine Kritik aus der Bergedorfer Zeitung, vom Dienstag, 10. Oktober 2006

Bergedorf (gb) – Mit dem Stiergefecht in der Sierra de Suazzo aus dem „Spitzentuch der Königin“ von Johann Strauß ging es los, drei Stunden lang amüsierte dann der Operettenchor Hamburg die Zuhörer im fast ausverkauften Haus im Park. Mit der Einladung zur Operetten-Gala hielt der Chor sein Versprechen, bot auf der Bergedorfer Theaterbühne eine fulminante Mischung aus Arien, Chorsätzen bis hin zu Tanzeinlagen aus vielen beliebten Operetten.

„Ich finde es toll, dass diese junge Frau mit so viel Elan und Temperament die Operettenmusik vor der Vergessenheit bewahrt“, lobte in der Konzertpause eine Besucherin die Chorleiterin. Tatsächlich hat Doris Vetter ihre Schar gut im Griff, der etwa 50 Sänger starke Chor präsentierte nicht nur schöne Musik, sondern bewies auch starke Kondition, Stehvermögen und begeisterte mit dem komplett auswendigen Vortrag aller Chorsätze. Den Löwenanteil am Erfolg dieses Abends hatten indes die Solisten und mit Giorgio Radoja ein durchaus belastbarer Klavierbegleiter.

Im süddeutschen Raum gefragt, am Sonntag in Bergedorf mit brillanten Soli dabei – die aus Stuttgart stammende Sopranistin Gunda Baumgärtner. Das singende „Temperament-Paket“ überzeugte restlos, als Solistin im „Lied der Nachtigall“ von Franz Grothe, mit Soloeinlagen in den Ausschnitten aus der „Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán. Mit Romana Vaccaro warf sich Gunda Baumgärtner die Bälle zu, vom Chor, der Geigerin Anna Preyss-Bator und Giorgio Radoja feurig begleitet.

Wie ein Gassenhauer: „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“, von Mike Vaccaro (Tenor) und dem Chor angestimmt und – wie viele andere Chorsätze – vom Publikum kräftig mitgesungen. Ob „Fledermaus“, „Zigeunerbaron“ (Strauß), „Paganini“ (Lehár), der berühmte „Csárdás“ von Monti für Violine und Klavier oder „Die Blume von Hawaii“ von Paul Abraham – die Bergedorfer erlebten ein Operettenfest.