Eine Kritik aus der Bergedorfer Zeitung vom Dienstag, 20. September 2005

Infiziert vom Operetten-Virus
Gala-Vorstellung im Haus im Park begeisterte das Publikum

Bergedorf (gb). „Herrlich, daß es sowas gibt. Ich bin total begeistert“, freute sich ein Besucher, als er am Sonntag nach einer zweieinhalbstündigen Operetten-Gala das Haus im Park verließ. Tatsächlich scheint die Sopranistin und Chorleiterin Doris Vetter mit der Gründung des Hamburger Operettenchores eine Nische in der Kulturszene entdeckt zu haben. Die Nachfrage deutet auf eine Renaissance der Operette hin: Der Auftritt im Haus im Park schloß eine im Mai gestartete Konzertreihe ab. Tausende Musikfans haben in ausverkauften Häusern in Mölln, Hamburg (Laeiszhalle), Eckernförde und nun in Bergedorf das grandiose Programm genossen.

Locker von Tilman Madaus moderiert, servierte der Operettenchor gekonnt einen Reigen von (einst) bekannten Chorsätzen aus den Operetten von Offenbach („Salon Pitzelberger“), Fred Raymond („Maske in Blau“), Franz Lehár („Die lustige Witwe“) und Emmerich Kálmán („Gräfin Mariza“) – mitreißend, sauber und schwungvoll intoniert, einfühlsam von Giorgio Radoja (Klavier), Anna Preyss-Bator (Violine) und Dirk Iwen (Schlagzeug) begleitet. Das Publikum belegte es mit leisem Mitsingen und Summen der Melodien: Die Operette lebt. „Und der Operetten-Virus breitet sich in Hamburg aus“, schmunzelte nach dem Gala-Konzert Doris Vetter.

Mit der Verpflichtung von erstklassigen Solisten gelang es der Chorleiterin, ein kurzweiliges und unterhaltsames Programm zu präsentieren, Sopranistin Désirée Brodka, Tenor Felix Müller und Bariton Paul Schmolke boten mit Arien, Duetten, schauspielerischen Tanz-einlagen und viel Charme eine „Show in der Show“ an. Graziös und witzig, vom voluminösen Klang des Chores souverän begleitet, erhob das Künstlerensemble das Konzert zu einer „Hitparade“ der Operette, die mit drei Zugaben und jubelndem Beifall ausklang. Doris Vetter: „Wir arbeiten fleißig weiter. Die Nachfrage ist groß, unter anderem steht ein Termin für 2006 in der großen Musikhalle bereits fest.“