Musikalisches Feuerwerk zum Jahresauftakt

vom 7. Januar 2014. Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sie kommt aus Süddeutschland und konnte kein Platt, zu ihrem Bedauern gab es auch keine Programmhefte, doch das alles war bei dem Neujahrskonzert im Elbeforum auch nicht nötig: Doris Vetter moderierte die Arien und Lieder aus der Czardasfürstin, Fledermaus und dem Land des Lächelns souverän an. Strahlend, informativ und amüsant erklärte die Allrounderin das Programm. Zum ersten Mal in Brunsbüttel, lobte die Dirigentin die Akustik im Haus und stellte die beiden Solisten des Abends vor: Die Sopranistin Miriam Sharoni ist in Schweden geboren und in Israel aufgewachsen, „da darf natürlich Brunsbüttel nicht fehlen“, fasste Vetter zusammen. Gemeinsam mit dem Tenor Sang Jin Kim aus Korea, dessen Fach die Italienische Oper ist, intonierte Miriam Sharoni „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt“ und das Publikum schmolz förmlich dahin.

Doris Vetter dirigierte bei dem Galakonzert nicht nur ihren Operettenchor Hamburg, auch die Europäische Kammerphilharmonie gehorchte dem Taktstock der musikalischen Leiterin. Mit den bekannten Liedern aus My Fair Lady, Brahms’ Ungarischen Tänzen und dem Torero-Marsch aus Carmen ließ Doris Vetter ihren Chor und die Musiker gleichsam durch den Theatersaal fegen.

Nach Nessun Dorma von Sang Jin Kim lud Doris Vetter mit der Fledermaus „nach dem Souper zur Verbrüderung mit Brunsbütteler Neujahrsprosecco“ ein und bat Walter Schmidt aus den Chorreihen vorzutreten. Mit Miriam Sharoni sang er „Die Majestät wird anerkannt“ und erhielt dafür tosenden Beifall.

Der zweite Konzertteil wurde von Musicalmelodien geprägt. Phantom of the Opera, West Side Story, Circle of Life und Porgy and Bess erklangen und Leroy Andersons Fiddle Faddle fügte sich nahtlos ein. Bei La Mattinata von Leoncavallo konnte Sang Jin Kim seiner italienischen Seele freien Lauf lassen.

Immer wieder überraschte Doris Vetter das Publikum, indem sie sich selber gesanglich einbrachte, Miriam Sharoni dirigieren ließ und am Ende sogar auf der Bühne den „Höllen-CanCan“ tanzen ließ. Der Höllenchor sang aus Orpheus aus der Unterwelt „…nur er versteht zu leben und so ein Fest zu geben…“ und könnte damit das Motto des Abends gemeint haben. Die Musiker ließen sich von stehenden Ovationen zu einigen Zugaben überreden. Eine zweite Auflage des Neujahrskonzertes gibt es am 15. Januar um 20 Uhr in der Realschulsporthalle in Marne.

von sko erstellt am 07.Jan.2014 | 05:00 Uhr